Baustelle bei Nacht

Es wird ja bahauptet, nachts könnte alles großartig aussehen. Ob das stimmt, habe ich in einem Selbstversuch an der Baustelle Döppersberg getestet.

Anlässlich des am Tage geschlossenen Tunnels bin ich also Abends mit Stativ und Kamera konspirativ um die „Baumaßnahme Döppersberg“ herumgeschlichen und habe Langzeitbelichtungen gemacht.

Tatsächlich kann so eine Baumaßnahme durch Langzeitbelichtung einen gewissen Charme erhalten. Ich würde mir das jetzt vielleicht nicht gerade als Poster ins Wohnzimmer hängen, aber so grundsätzlich…

Was gibt es also am späten Abend für den Hobbyfotografen an einer Baustelle, genauer an einem mit Bauzaun abgesperrten Fußgängertunnel zu sehen?

Tja, es war das erste Mal, dass ich den Tunnel ohne Beleuchtung und ohne das allgegenwärtige Brummen der Leuchtstoffröhren-Trafos gesehen (oder gehört) habe. Alleine das hat schon einen gewissen Erinnerungswert ;-)

Der Tunnel ist zu! Und dunkel!

Der Tunnel ist zu! Und dunkel!

Was hier an Licht scheint kommt von den Straßenlaternen und der angrenzenden Apotheke. Letzteres wird ja inzwischen auch aufregender beleuchtet als ein Automatencasino in Las Vegas…

Apropos Straßenlaternen: Auch hier hat jemand ganze Arbeit geleistet und die Baugrube in tiefe Dunkelheit versenkt. Entweder gewollt oder versehentlich sind nahezu alle Straßenlaternen, die auch nur ansatzweise in dieser Baumaßnahme stehen unbeleuchtet. Auch das verdient ein Foto:

Die Straßenlaternen bleiben dunkel.

Die Straßenlaternen bleiben dunkel.

Bei der Kontrolle des Fotos (ich zoome auf der Kamera dann hinein um zu sehen, ob die Schärfe passt) fiel mir dann auf, dass da etwas an der Laterne befestigt ist, was ich so nicht erwartet hätte. Das verdient einen zweiten, genaueren Blick:

Kontrolliert hier der Stadtkämmerer Slawig die Abrechnung der Baufirmen?

Kontrolliert hier der Stadtkämmerer Slawig die Abrechnung der Baufirmen?

Na sowas… Hier wird wohl die Abrechnung der Baufirmen durch unseren Stadtkämmerer Slawig überprüft. Oder es ist vollkommen unspannend eine Kamera der Feuerwehr um zu sehen, ob man über die Kreuzung fahren kann. Die Kamera ist allerdings ausgerichtet auf die Bauarbeiten gegenüber, direkt am Bahnhof wo der neue Busbahnhof mit Tiefgarage gebaut wird. Es bleibt mysteriös…

 

Zurück zum Thema: Charme einer nächtlichen Baugrube.

Ein Kernelement der Bauarbeiten ist die Brücke, die den Fußgängertunnel ersetzt. Ohne jetzt laut über die Brücke spotten zu wollen, muss man den festen Willen haben sie zu benutzen und am besten auch schwindelfrei sein. Realistisch betrachtet ist auch weniger die Brücke das Problem sondern das etwas zu sehr provisorisch zusammengebaute Gerüst der Treppe:

Die Behelfsbrücke bei Nacht

Die Behelfsbrücke bei Nacht

Nichts für ängstliche Personen!

Nichts für ängstliche Personen!

 

Und der Bahnhof? Was ist mit dem?

Der steht erstaunlicherweise noch. Das kryptische Grün (?!) der Apothekenschilder (!!) strahlt bis hier hin und zieht einen leicht grün-gelblichen Schleier über das Gebäude.

Das, was vom historischen Bahnhofsgebäude übrig geblieben ist

Das, was vom historischen Bahnhofsgebäude übrig geblieben ist

Kommentar meiner Oma zu diesem Foto:

Das sieht aus wie 1945 nach dem Krieg!

So kaputt haben die Engländer den aber nicht hinbekommen!

 

Ein Bild zum Abschluss:

Das ist das, was man als Reisender sieht, wenn man nun zum Bahnhof kommt:

Willkommen!

Willkommen!

Leider erzielt der aufsteigende Dampf aus dem Fernwärmeschacht auf einem Foto nicht so eine hervorragend dramatische Wirkung wie in der Realität. Aber ich denke, jeder kann sich diesen Teil vorstellen ;-)

Um die Ecke herum erwartet einen übrigens keine mittelgroße Personengruppe, die sich die Finger um ein brennendes Metallfass stehend aufwärmt…